Die Fehler der Schweizer Auto
Energie-Etikette
Missstände,
Verbesserungsvorschläge und ein Seitenblick nach China
Rainer Burki, dipl. Ing. ETH
www.carbondioxide.ch
Januar
(April) 2006
Inhalt
Die Äusserungen sind
persönlicher Natur und die Arbeit ist von keiner
Organisation oder Unternehmung finanziert.
Die Daten basieren auf im Internet frei
zugänglichen Quellen, zur
Hauptsache www.energieetikette.ch und Bundesamt für Statistik,
www.bfs.admin.ch.
Zusammenfassung
Die
Reduktion unseres Energieverbrauchs ist aus verschiedensten
Gründen von grosser
Bedeutung. Es besteht eine zunehmende Verknappung durch die
ständig steigende
Nachfrage bei gleichzeitig stagnierender oder gar
zurückgehender Förderung
(Peak-Oil). Ferner ist die Stabilität unseres Klimas bedroht
durch die weltweit
viel zu hohen CO2-Emissionen, die in der Schweiz
pro Kopf sogar noch
ein Mehrfaches verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt betragen. Zu
guter
letzt ist Energieverbrauch meist auch mit Schadstoffemissionen
verbunden, die
erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung verursachen.
China
spürt die schnell zunehmende Last der Erdölrechnung
besonders stark und hat
deswegen im Sommer 2005 Grenzwerte für den Verbrauch von
Benzin und Diesel
eingeführt. Würden diese Regeln auf den Schweizer
Neuwagenmarkt angewendet,
würden etwa 100 Autotypen nicht mehr zugelassen. Dies sind
meistens Fahrzeuge
mit einem Hubraum von 3.5 Litern und mehr. Für 2008 ist in
China die nächste
Verschärfung angekündigt und wird etwa viermal mehr
Fahrzeugtypen betreffen.
Die
Schweiz kennt nichts dergleichen und plant keine Schritte in diese
Richtung,
obwohl gemäss Kyoto Protokoll die Schweiz als Industrieland
den CO2-Ausstoss
senken müsste. Mit den 2008er-Grenzwerten würde der CO2-Ausstoss
der
Schweiz im Strassenverkehr um 7 Prozent abnehmen.
In der
Schweiz gilt theoretisch sein einigen Jahren das CO2-Gesetz,
nach
welchem vorgesehen wäre, mit einer CO2-Abgabe
den Verbrauch wirksam
zu dämpfen, nachdem das Scheitern der „freiwilligen
Massnahmen“ längst
offenkundig ist. Die Schweiz kennt deshalb nur den sogenannten
„Klimarappen“,
eine Art von privater Seite erhobene Steuer, deren Verwendung im Detail
nicht
vom Staat überprüft wird.
Davon
abgesehen gibt es noch eine freiwillige Vereinbarung mit den
Auto-Importeuren,
welche nicht bindend und schwächer als das Pendant der EU ist.
Während die
EU 140 g/km CO2
anstrebt, begnügt sich die Schweiz mit 160 g/km (6.4 Liter/
100km). Diese
Zielvereinbarung wird kaum erst mit etwas mehr als einem Jahr
Verspätung
erreicht, wie die Vereinigung der Schweizer Auto-Importeure behauptet,
sondern
eher zwischen 2010 und 2013. Sie könnte bereits bei einer
einjährigen Verzögerung
vom UVEK gekündigt werden.
Zusätzlich
hat die Schweiz die gestalterische Form der Energie-Etikette von der EU
übernommen, die Berechnungen zur
Kategoriezugehörigkeit jedoch in einer solchen
Art und Weise verfälscht, dass die Kategorien kaum mehr etwas
zum Verbrauch des
Autos aussagen. Wer beispielsweise ein Fahrzeug der zweitbeste
Kategorie
gekauft hat, kann nicht sicher sein, damit ein sparsames Auto zu haben.
Die
heutige Kategorisierung der Auto-Typen sagt also wenig über
die
Umweltfreundlichkeit eines Autos aus.

Die
Energie-Etikette ist ein Papier, meist in A4-Grösse, welches
über den
Treibstoffverbrauch Auskunft geben sollte. Damit man möglichst
einfach und
schnell eine Übersicht gewinnt, werden die Autotypen in sieben
Kategorien
unterteilt und farblich unterschieden. Umweltfreundliche Fahrzeuge
sollten in
Kategorie A oder B sein. Die Stufe D stellt in etwa das Mittelmass dar.
Die
Energie-Etikette soll mithelfen, den Ausstoss von CO2
zu verringern.
Zur Reduktion des CO2-Ausstosses hat sich die
Schweiz auch im Rahmen
des Kyoto-Protokoll verpflichtet. Damit beim Kauf ein Hilfsmittel zur
Beurteilung des Energieverbrauchs zur Verfügung steht, muss
der Autohändler bei
Neuwagen diese Etikette mit den Verbrauchswerten anbringen.
Die
folgende Grafik zeigt alle in der Schweiz verkauften Autotypen (Benzin
und
Diesel) nach Treibstoffverbrauch (X-Achse Liter/100km) und
Effizienzkategorie
(Y-Achse 1=A, 2=B, etc).

Bild
1: Jeder Punkt auf der Grafik
entspricht einem
Autotyp. Der Punkt auf der obersten Linie ganz links stellt den Lotus
Elise 111
dar, welcher Kategorie G (=7) klassiert ist und 6.9 Liter /100 km
verbraucht.
Links unten auf Linie 1 (A-Kategorie) ist der Toyota Prius mit 4.3
Liter
Verbrauch, gefolgt von den Smart Modellen. Ein Auto aus dem gelben
Bereich von
6.9 bis 9.5 Liter kann zu irgend einer Kategorie gehören.
Autos mit einem
Verbrauch zwischen 5.9 und 9.5 Liter (rot) können zu A bis E
gehören.
Mit
dieser starken Überlappung sagen die Kategorien nur wenig zum
effektiven CO2-Ausstoss
aus. Ein
Benzin-Auto welches zwischen
6.9 und 8.1 Liter pro 100 km verbraucht, kann zu jeder der Kategorien A
bis G
gehören.
FAZIT:
Autos mit 7 bis 9.5 Liter Treibstoff-Verbrauch können in allen
Kategorien
eingeteilt sein!
Autos mit 6 bis 9.5 Liter Verbrauch können in Kategorien A bis
E eingeteilt
sein!
Aus
diesem Fazit folgt die aktuelle Faustregel für die Schweizer
Auto-Landschaft:
|
Verbrauch
[L/100 km] |
Kategorien |
|
7 bis 9.5 Liter |
Alle
(A, B, C, D, E, F, G) |
|
6 bis 9.5 Liter |
A, B, C, D, E |
Tabelle
1: Faustregel zur
Kategorieeinteilung (Benzin
und Diesel) in der heutigen Schweizer Auto-Landschaft.
Zum
Vergleich die einfache Stufengrafik der Länder England und
Belgien, welche über
eine Energie-Etikette mit absoluter Einteilung nur nach CO2
verfügen; die Einteilung erfolgt also rein nach CO2-Ausstoss.

Bild
2: Die Klassengranzen sind
strikt an den CO2-Ausstoss
gebunden. Nur wirklich sparsame Autos erhalten ein A (<100
g/km). In England
werden Autos mit mehr als 200 g/km
CO2-Ausstoss
in Kategorie F eingeteilt. (Auf die Kategorie G wurde in
Die heutige Kategorisierung sagt nichts über die Umweltfreundlichkeit aus. Die Einteilung in Kategorien könnte willkürlich geschehen.
Um ein
besseres Bild des effektiven CO2-Ausstoss eines
Autotyps zu
erhalten, wurden die CO2-Werte mit der Anzahl
verkauften Autos
multipliziert[1].
In den Grafiken des letzten Kapitels wurden die CO2-Emissionen
ohne
Rücksicht auf die Zahl der verkauften Autos angegeben. In
diesem Kapitel wurde
dies mit einberechnet. Es ergibt sich jedoch kein wirklich anderes
Bild.
Innerhalb einer Kategorie kommen gute wie schlechte Fahrzeuge fast
gleichverteilt vor.
Man
stellt fest, dass die Streuung innerhalb einer Kategorie bei 30 g/km CO2
liegt. Das heisst zwei Drittel der Fahrzeuge liegen in einem Band +/-
30 g/km
vom Mittelwert der Kategorie. Für die Kategorie C bedeutet
dies, dass bei einem
Mittelwert von 175 g/km statistisch etwa 66 % der Kategorie C Autos
zwischen
145 und 205 g/km liegen. Oder anders ausgedrückt (am Beispiel
von Benzinautos),
werden von den C-Autos ein Sechstel weniger als 145 und ein Sechstel
mehr als
205 g/km ausstossen. Während ersterer ein sehr guter Wert ist,
ist mehr als 192
g/km ein schlechter Wert. Wenn nun 33% der Kategorie C Autos entweder
gut oder
ungenügend sind, dann ist die Aussagekraft der Kategorisierung
klein.
|
|
Benzin |
Diesel |
Diesel/Benzin
zusammen |
|||||||||
|
|
AVG |
Std
Dev |
Min66 |
Max66 |
AVG |
Std
Dev |
Min66 |
Max66 |
AVG |
Std
Dev |
Min66 |
Max66 |
|
A |
138 |
25 |
112 |
163 |
145 |
22 |
123 |
167 |
145[2] |
22 |
123 |
167 |
|
B |
146 |
27 |
119 |
172 |
186 |
34 |
152 |
220 |
163 |
30 |
133 |
193 |
|
C |
167 |
25 |
143 |
192 |
218 |
51 |
167 |
269 |
175 |
30 |
145 |
205 |
|
D |
190 |
25 |
165 |
215 |
251 |
68 |
183 |
318 |
194 |
29 |
165 |
223 |
|
E |
215 |
30 |
185 |
245 |
276 |
64 |
212 |
340 |
216 |
31 |
185 |
247 |
|
F |
253 |
40 |
214 |
293 |
340 |
87 |
253 |
427 |
253 |
40 |
214 |
293 |
|
G |
289 |
55 |
235 |
344 |
|
|
|
|
289 |
55 |
235 |
344 |
Tabelle 2: Durchschnitt (AVG),
Standardabweichung (Streuung, StdDev), untere Grenze des 66% Bandes und
obere
Grenze des 66% Bandes.
Obwohl die Schweizer
Energie-Etikette verspricht durch Messen von Treibstoff in Kilogramm
statt
Liter Benzin und Diesel vergleichbar zu behandeln, scheint dies nicht
der Fall
zu sein. So wie die Kategorienzugehörigkeit berechnet wird,
stossen nun
innerhalb einer Kategorie die Dieselfahrzeuge mehr CO2
aus als
Benziner. Dies widerspricht der Tatsache, dass Diesler eigentlich ein
paar
Prozente besser sein sollten als Benziner, weil ein Dieselmotor
effektiv pro
Kilogramm Treibstoff etwa 10% weniger CO2
ausstösst als ein
Benzinmotor.
Die Werte zu den violetten
(Diesel)
und orangen (Benzin) Balken finden sich in der Tabelle oben und stellen
die
Streuung dar.

Bild 3: Streuung des CO2-Ausstosses
pro Kategorie und Treibstoff, gemäss Anzahl verkaufter
Fahrzeuge.
Die grosse Streuung bei Diesel
(violett) in den hohen Kategorien hängt mit den wenig
verkauften Fahrzeugen
zusammen. Die senkrechten Linien illustrieren die schweizerischen und
europäischen Zielwerte. Die blauen Punkte entsprechen den
Autotypen in den
Grafiken des vorigen Kapitels. Es ist gut zu sehen, dass in allen
Kategorien
die Dieselfahrzeuge meist deutlich schlechter abschneiden als Benziner.
Macht man ein Auto etwa 150 Kilogramm schwerer, so wird es in der nächst besseren Kategorie eingeteilt!
Man nehme ein
3-türiges Auto und
betrachtet dessen Verbrauch auf hundert Kilometer. Nun nehme man ein
gleiches
Modell mit dem selben Motor, aber mit einer etwas anderen Karosserie
(also ein
anderer Typ), z.B. ein Kombi mit 5 Türen. Dieses zweite Auto
wird schwerer sein
und wird natürlich mehr Benzin verbrauchen. Frage: Ist dieses
schwerere, mehr
Benzin verbrauchende Auto nun energieeffizienter?
Wohl kaum, vermutet man, mehr
Benzinverbrauch gleich schlechtere Effizienz. Eine klare Sache? Weit
gefehlt!
Für die Schweizer
Energie-Etikette
hat man sich etwas ganz spezielles ausgedacht: Zusätzlich zum
Benzinverbrauch
wird das Gewicht des Fahrzeuges mit in die Berechnung einbezogen. Ein
schwereres Auto darf nun mehr Benzin verbrauchen als ein leichtes, und
es wird
möglicherweise sogar eine bessere Effizienz-Kategorie
erreichen.
Aus folgender Grafik ist
ersichtlich, um wie viele Kilogramm man ein Auto schwerer machen muss,
damit es
gleich zwei Kategorien besser klassiert wird. Schaut man bei 1100 kg
und 150 g CO2/km,
so findet man sich in der Kategorie C (blau). Fährt man nach
oben bis in den
grünen Bereich, so ist man in der Kategorie A. Links auf der
Skala findet man
das Gewicht: Ab 1350 bis 1650 kg gilt das Auto nun A-klassig. 125 bis
150 kg
schwerer genügen um eine Effizienzklasse besser zu werden.

Bild 4: Je schwerer ein Auto, desto
besser
klassifiziert. Im Durchschnitt ist ein 150kg schwereres Auto bereits
eine
Klasse besser klassiert. Zur besseren Übersicht sind nur die
Kategorien A, C, E
und G dargestellt.
Etwa 300 Autotypen profitieren vom Gewichtsbonus und sind trotz höherem Treibstoffverbrauch in einer besseren – vermeintlich umweltfreundlicheren – Kategorie eingeteilt.
Der Effekt des Gewichtes ist
keineswegs gering. Ein Wagen mit Automatikgetriebe wird ein paar
Dutzend
Kilogramm schwerer als das gleiche Modell mit manueller Schaltung.
Gleichzeitig
erzeugt ein automatisches Getriebe höhere Reibungsverluste,
was zu einem
schlechteren Treibstoffverbrauch führt.
In der Schweiz profitieren in
300
Fällen Fahrzeuge von diesem Gewichtsbonus. In 150
Fällen erhält ein Fahrzeugtyp
sogar bei mehr CO2-Ausstoss wegen eines
höheren Gewichts eine
bessere Kategorieeinteilung und in weiteren 150 Fällen ist bei
gleichen CO2-Werten
das schwerere besser eingeteilt.
Nicht alle sind wegen des
Automatikgetriebes schwerer, oft kommt statt eines 3-türigen
Modells ein
5-türiges zum Zug: Ein schwerer Kombi wird besser klassiert
als eine leichtere
Limousine, obwohl ein Kombi oft schlechtere Verbrauchswerte als eine
Limousine
hat.
Der Lotus Elise 111 S, ein
Sportflitzer mit gewaltiger Beschleunigung, gehört zur
Kategorie G (sehr
schlecht), obwohl er nur 6.9 l/100km verbraucht und erfüllt
fast die Ziele von
2008. Wieso ist dieses Auto dann in Kategorie G? Er ist zu leicht.
Nicht einmal
900 kg bringt dieses Auto auf die Wage und wird somit von der
Energie-Etikette
bestraft. Wer mit einem solchen Auto zur Arbeit fährt
hätte nicht nur die
neidischen Blicke der Arbeitskollegen auf sicher, sondern
würde ein heute
überdurchschnittlich verbrauchsarmes Auto fahren, trotz
Kategorie-G-Einteilung.
Auch die ganze Smart Flotte,
welche
ausschliesslich aus leichten Fahrzeugen mit sehr guten CO2-Werten
besteht, wird durch die Energie-Etikette bestraft.
Die Begründung der
Energie-Etikette
für diese Absurditäten: Der Unterschied von
energieeffizient und sparsam. Die
Erklärung von energieeffizienten Fahrzuegen ist nicht ganz
einfach
nachzuvollziehen[3]:
Im landläufigen Sinne sind sparsame Autos solche, die wenig
Sprit pro
Kilometer benötigen; die Energie-Etikette definiert nun
zusätzlich
energieeffiziente Fahrzeuge als solche mit gutem Verbrauch bezogen auf
das
Fahrzeuggewicht. Diese neue Vergleichsgrösse soll
gemäss der Behauptung der
Website intuitiv von Autofahrern als die beste
Vergleichsgrösse wahrgenommen
werden[4].
Entgegen den Behauptungen der
Energie-Etikette ist Gewicht kein gutes Kriterium um zwischen
Familienauto,
Limousine, oder Luxusauto zu unterscheiden. Familienautos zum Beispiel
können
sehr unterschiedlich im Gewicht sein. Wenn man, wie auf der Webseite
der
Energie-Etiktte beschrieben, ein Vergleich zwischen Fahrzeugen der
gleichen Art
machen möchte, so müsste man die Fahrzeuge auch
entsprechend zusammenfassen:
Kombi, Limousinen, Sportwagen, oder Geländewagen. Diese
Vergleichsmöglichkeit
bietet die Webseite der Energie-Etikette jedoch nicht
(www.enegieetikette.ch),
obwohl diese Daten genauso wie das Gewicht erfasst werden.
Die Frage des
Neuwagenkäufer “Ich
habe hier einen möglichen, valablen Neuwagen. Gibt es einen
ähnlichen, aber
besseren Wagen?” zu beantworten wäre eine tolle
Sache. Nun ist dies nur
individuell für jeden Käufer einzeln zu beurteilen.
Wir wissen nicht, welche
Kriterien bei diesem Kunden eine Rolle spielen. Ähnlichkeit
ist keine
universelle Eigenschaft. Eine Familie gewichtet das Innenmass hoch, da
sie drei
Kinder hat, eine nächste Familie will einen grossen
Kofferraum, ein anderer
Käufer hat nur einen kleinen Aussenparkplatz und
möchte kleine Aussenmasse. Ob
das neue Fahrzeug nun ein kleiner Geländewagen oder ein
kleines „normales“ Auto
ist, darüber ist er sich noch nicht im Klaren.
Eine Etikette welche allen oder
mindestens vielen Käufern gerecht werden soll, ist kaum zu
konstruieren. Eine
kleine Auswahl von möglichen Kriterien: Leistung, Leistung pro
Gewicht, Preis,
Karosserie, Fahrzeugklasse, Hubraum, Anzahl Sitzplätze,
Grösse in m2, Grösse in
m3. Zusätzlich sind dann alle Kombinationen noch zu
berücksichtigen wie 20%
Gewicht, 15% Grösse, etc.[5]
Der Sinn der Energie-Etikette
ist
die Beurteilung des Energieverbrauchs zum Zweck der Reduktion von CO2.
Daher soll die Energie-Etikette den Energieverbrauch beurteilen, ohne
irgendwelche Verschleierungen.
Würde die heutige
Kategorisierung
beibehalten werden, so müsste im Minimum der Name
geändert werden. Eine
mögliche neue Bezeichnung wäre
„Gewichtseffizienz“.
Wichtig ist die Umbenennung der heutigen
gültigen Etikette, weg von Energieeffizienz zu
Gewichtseffizienz, da der
Energieverbrauch mit der jetzigen Etikette – wie obige
Berechnungen zeigten –
im besten Fall ungenügend beurteilt wird.
Würde die heutige
Kategorisierung
beibehalten werden, so müsste im Minimum der Name
geändert und das Design
gewechselt werden. Eine mögliche neue Bezeichnung
wäre „Gewichtseffizienz“.
Dies ist den meisten Leuten ein nichts sagender Begriff, welcher nicht
zu
falschen Schlüssen verleitet.
Wichtig ist die Umbenennung der
heutigen gültigen Etikette, weg von Energieeffizienz zu
Gewichtseffizienz, da
der Energieverbrauch mit der jetzigen Etikette – wie obige
Berechnungen zeigten
– im besten Fall ungenügend beurteilt wird.
Zurück zum
Neuwagenkäufer und der
Annahme einer auf absoluten CO2-Werten basierten
Etikette, wie sie
unter anderem in England und Belgien Verwendung findet. Die Einteilung
in
Kategorien würde ausschliesslich anhand der CO2-Werte
erfolgen.
Kategorie A wäre beispielsweise ein Auto mit weniger als 100
g/km, B zwischen
110 und 130, bis Kategorie G in welcher Autos mit mehr als 200 g/km
eingeteilt
würden. Absolut heisst dieses System, weil CO2
nicht in Bezug
(relativ) zum Gewicht oder einer anderen Grösse gemessen wird.
Unser Kunde wird nun seine
favorisierten Autos vergleichen. Aus einem bestimmten Grund kommen drei
Fahrzeuge
in Frage. Er findet einen C, E, und F Wagen. Es ist klar, welcher Wagen
der
günstigste im Verbrauch ist. Er sieht, dass nur einer bedingt
umweltfreundlich
ist. Für ihn ist die Einteilung korrekt, er hat das Auto
gefunden, das am
wenigsten Energie benötigt. Diese Etikette würde
ihren Zweck erfüllen.
Gemäss der
Vereinbarung zwischen dem
UVEK und der Vereinigung Auto-Schweiz soll der durchschnittliche
Verbrauch der
Neuwagenflotte von 8,4 Liter pro 100 km im Jahr 2000 bis 2008 um 24 %
auf 6,4
Liter gesenkt werden (0.25 Liter pro Jahr). Zeigt die
jährliche Überprüfung
eine Abweichung vom Zielpfad um mehr als 3 %, kann der Bund ab 2005 die
Vereinbarung aufkündigen und weitere Massnahmen
einführen.
Interpretiert man die Zahlen
des
Berichtes der Auto-Schweiz[6]
für das Jahr 2004 vom Juni 2005, so lässt sich
errechnen, dass das
Ziel mit 30
– 50% Verspätung erreicht
wird (zweieinhalb bis vier Jahre).
Gemäss Bericht Seite
14: “Der spezifische
Verbrauch aller Personenwagen sank von 7.99 auf 7,82 l/100 km. Das
ergibt eine
Abnahme von 2.13%.” ergibt sich eine Abnahme von 0.17 Liter
von 2003 auf 2004.
·
Mit
gleichbleibender Abnahme ab 2005 wären wir im 2012 bei 6.4
Liter, was einer
Verzögerung von 50% entspricht (12 statt 8 Jahre).
·
Gemäss
Plan wäre eine Abnahme von 0.25 Liter pro Jahr vorgesehen, mit
diesen
hoffungsvollen 0.25 ab 2005 würde man das Ziel in etwa 2010
erreichen. Dies
dürfte die Annahme im Bericht der Auto-Schweiz sein.
·
In
den ersten vier Jahren hätte der Verbrauch um einen Liter
abnehmen sollen, hat
aber nur um 0.58 Liter (0.15 Liter pro Jahr) abgenommen. Der Verbrauch
nahm
also nur um 58% des geplanten Wertes ab (42% Verzögerung), das
Ziel würde mit
dieser Abnahme Ende 2013 erreicht.
|
Szenario |
Abnahme pro Jahr [Liter/100 km] |
Ziel
erreicht im Jahr |
Verspätung
[Jahre] |
Verspätung
[Prozent] |
|
ab 2005
gemäss Planwert |
0.25 p.a. |
2010 |
+1.7 |
+21% |
|
Abnahme
beschleunigt |
0.19 p.a. |
2011 |
+2.5 |
+30% |
|
Abnahme wie im
2004 |
0.17 p.a. |
2012 |
+3.8 |
+47% |
|
Abnahme wie von
2000-2004 |
0.15 p.a |
2013 |
+5.3 |
+66% |
Tabelle 3: Jahr der Zielerreichung und
Verspätung in Prozent für verschiedene
Abnahmeszenarien.
Der Autor rechnet mit einer
beschleunigten Abnahme, welche zwischen den aktuellen 0.17 und den
geplanten
0.25 liegt, was etwa einer Zielerreichung im Jahr 2011/12 entspricht.
Diese Zahlen zeigen klar, dass
das
UVEK mehr Druck auf die Autoindustrie und ihren Interessenverband in
der
Schweiz (Auto-Schweiz) ausüben müsste. Die
Vereinbarung wird im Moment von
Auto-Schweiz bei weitem nicht eingehalten.
Im Gegensatz zu fast allen
anderen
Ländern legt die Schweiz die Zielwerte in Liter pro 100 km
statt Gramm CO2
pro km fest. Ein Zielwert zur CO2 Reduktion darf
nicht in Liter
vereinbart werden, da ein Dieselfahrzeug mit einem Verbrauch von 6.4
Liter
Diesel pro 100 km mehr CO2 ausstösst
als ein Benzinfahrzeug mit
einem Verbrauch von 6.4 Liter Benzin pro 100 km.
Für den Autofahrer
bedeutet der Wechsel
auf ein Dieselfahrzeug bei gesetzten 6.4 Liter Verbrauch ein
stärkeres Auto,
aber eben bei einem höheren CO2
Ausstoss.
Der Anteil an Dieselfahrzeugen
steigt seit mehreren Jahren kontinuierlich und betrug im 2004 26
Prozent bei
einer Zunahme von etwa 4 Prozent vom 2003. Daher darf man im 2008 mit
einem
Drittel Dieselfahrzeuge rechnen.
|
Treibstoff |
[L
/ 100 km] |
CO2-Ausstoss
[g/km] |
Neuwagenanteil
2008 |
|
Benzin |
6.4 |
154 |
67% |
|
Diesel |
6.4 |
175 |
33% |
|
Total |
6.4 |
161 |
100% |
Tabelle
4: Der CO2-Ausstoss
der
Neuwagenflotte würde im 2008 161 g/km betragen
Die
Autohändler täuschen mit den tieferen
Literverbrauchswerten von Dieslern einen
tieferen CO2-Ausstoss vor.
Dies steht im Widerspruch zu den Zielen der
Kyoto-Vereinbarung und darf
nicht toloeriert werden.
Die
Schweizer Dieselautoflotte würde 2008 175 g CO2/km
ausstossen, was
weit über dem Zielwert der EU von 140 g/km liegt. Das
Benzinfahrzeug wird mit
154g/km dem EU Wert schon deutlich näher liegen.
Man kann
die EU Vorgabe von 140 g/km auch in Liter darstellen.
|
Treibstoff |
[L
/ 100 km] |
CO2-Ausstoss
[g/km] |
|
Benzin |
5.8 |
140 |
|
Diesel |
5.2 |
140 |
Tabelle
5: EU Vorgabe von 140 g/km
umgerechnet in
Liter/100km.
Das
Schweizer Diesel-Auto darf fast einen Liter mehr Treibstoff verbrauchen
als ein
EU-Auto. Vergleicht man die Zielwerte und –Jahre zwischen der
EU und der
Schweit, findet man, dass die EU beim Benzin um drei Jahre, beim Diesel
um fünf
Jahre voraus ist.
Auch wenn
die EU die Ziele nicht in der gesetzten Zeit erreicht, so hält
sie an den
Zielen für 2008 und 2010 fest: Für 2010 werden 120
g/km angestrebt.
Dass ein
Zielwert nicht in Litern angegeben werden sollte ist auch aus der
Grafik unten
ersichtlich. Diese Grafik zeigt alle 5000 Autotypen mit
Treibstoffverbrauch und
CO2-Ausstoss, Benzin und Diesel gemischt. Die
Grafik illustriert
eigentlich nichts weiter als das simple chemische Prinzip dass was
verbrennt
wird (Treibstoff) als Abgas wieder herauskommt, und zwar linear, je
mehr
hinein, desto mehr hinaus.
Man sieht
auch deutlich, dass Benzinautos, welche die untere Linie bilden,
weniger CO2
pro Liter ausstossen als Diesler (etwas steiler Kurve).
Natürlich sollte man CO2-Ausstoss
und Liter-Benzin mit Liter-Diesel vermischen, aber genau dies tut die
Vereinbarung zwischen UVEK und Auto-Schweiz.

Bild
5: Höherer CO2-Ausstoss
(g/km) von
Diesel bei einem gegebenen Verbrauch in Liter pro km. Die 5000 in der
Schweiz
angebotenen Autotypen nach CO2 Ausstoss und
Verbrauch von Diesel
(oben) und Benzin (unten). Klar ersichtlich ist der lineare
Zusammenhang von
heute gängigem “Verbrauch in Liter” und
dem CO2 Ausstoss.(Die
Ausreisser lassen sich teilweise mit falschen Werten der Webseite www.energieetikette.ch
erklären.)
Sollen
Diesel und Benzin verglichen werden, so muss man entweder den
Treibstoff in
Kilogramm angeben, oder aber man gibt den Ausstoss in CO2
an – womit
man mit dem Treibstoffverbrauch gleich auch die Klimakomponente CO2
mit erhält[7].
Für grobe
Überschlagsrechnungen hier noch die einfach zu merkende
Faustregel für Benziner:
Grobe Faustregel
100 g CO2/km entspricht 4 l/100 km
250 g CO2/km entspricht 10 l/100 km
Damit die
Ziele von 2008 auch erreicht werden, schlägt der Autor vor,
während der
nächsten Jahre die Ziel-CO2-Ausstossmenge
jährlich zu reduzieren
(für 2008 160 CO2/km). Fahrzeuge,
welche weniger als die erlaubte
Menge CO2 emittieren, erhalten pro Gramm CO2
einen Punkt
zugeschrieben. Diese Punkte können bei Fahrzeugen angerechnet
werden, welche
mehr als den Zielwert ausstossen. Die Punkte können auch
Hersteller
übergreifend ausgetauscht werden. Die Punkte werden bei der
Zulassung dem
Garagisten gutgeschrieben, respektive müssen von diesem auch
beim Verkauf eines
den Zielwert überschreitenden Wagens mitgegeben werden[8].
Die
Punkte sind frei handelbar und verlieren die Gültigkeit nicht.
Es soll ein
Handel mit diesen Punkten entstehen und der Markt bestimmt damit
selber, wie
viel mehr für grosse Autos bezahlt werden soll[9].
Dem
Garagisten werden die Punkte gutgeschrieben, damit er einen Anreiz hat,
verbrauchsarme Fahrzeuge zu verkaufen.
Informierte
Käufer werden dem Garagisten jedoch auch dem Verbrauch
entsprechende Rabatte
abgewinnen können (und somit direkt von
verbrauchsgünstigen Fahrzeugen
profitieren, ohne dass der Staat die Höhe dieses Profits
vorschreibt).
Es ist
auch möglich, dass Importeure Punkte auf dem Markt aufkaufen
und den Garagisten
und (?) ihren Fahrzeugen mitgeben.
Damit das
System starten kann, erlaubt der Staat in der Startphase von drei
Monaten das
Sammeln von CO2-Punkten, ohne dass Punkte
abgegeben werden müssen[10].
Mit
diesem System legt der Staat keine Steuern fest und greift auch nicht
in die
Preise ein. Das System garantiert aber die Einhaltung der von
Auto-Schweiz und
dem UVEK vereinbarten Zielwerte.
Basiert
man die Energie-Etikette rein auf CO2, so
erleichtert sich die
Konsensfindung ungemein. Es bleibt noch die Klasseneinteilung
festzulegen. Man
kann sich
·
an
den gesetzten Zielen orientieren. Zum Beispiel: Ein Kategorie-A Auto
ist in
zehn Jahren noch durchschnittlich, B erfüllt die
mittelfristigen Ziele (+5
Jahre = 2010), nicht jedoch die langfristigen, und ein Kategorie-C Auto
erfüllt
nur die kurzfristigen Ziele (2 Jahre entfernt = 2008). Damit
wäre A <100 g
CO2/km, B <140, C < 160, D
<180, E<200, F<220, G
220+. Oder,
·
man
orientiert sich am Prinzip der Etikette bei
Kühlschränken, bei der ein
D-Kühlschrank den Durchschnitt aller angebotenen Modelle
identifiziert. Man
könnte die besten und schlechtesten 5% streichen und dann 7
etwa ähnlich grosse
Kategorien schaffen.
Variante
2 hat den Nachteil, dass im Falle einer nicht besser werdenden
Neuwagenflotte
ein C-Auto sich immer weiter vom zu erreichenden Zielwert –
welcher jedes Jahr
tiefer ist- entfernt, der Käufer dies jedoch nicht wahrnimmt.
Diese Variante
könnte jedoch angewendet werden, wenn der Durchschnitt durch
ein CO2-Punkte-System
garantiert würde.
Welche
exakten Grenzwerte gewählt werden ist nicht enorm wichtig,
vorausgesetzt man
verliert die Ziele nicht aus den Augen. Die EU peilt für 2010
120 g CO2/km
an. Da alle heute gekauften Fahrzeuge 2010 noch im Verkehr sein werden,
ist
obiges System bereits etwas lasch: Ein Auto mit 125 g/km CO2-Ausstoss
wird 2010 bereits unterdurchschnittlich, das heisst schlecht sein.
Heute gälte
es aber als A-klassig.
Der Autor
bevorzugt System 1 da es nicht einfach den momentanen Zustand aufnimmt,
sondern
eine zukunftgerichtete Perspektive enthält.
Es ist
nicht richtig den Occasionsmarkt von der Anschreibepflicht zu
entbinden. Der
Neuwagenkäufer weiss, dass er den Wagen wieder einmal
verkaufen wird. Dass mit
zunehmendem Ölpreis dieser weniger Geld lösen wird,
ist auch ihm klar. Eine
Ausnahme des Occasionsmarktes lässt nur eine Regierung zu,
welche eine CO2-Reglementierung
als Alibiübung betreibt.
Als
Erleichterung für die Händler dürfte es
genügen, den Treibstoffverbrauch, den
CO2-Ausstoss sowie die aktuelle
Effizienzkategorie als Zahl oder
Buchstabe anzugeben, also ohne farbiges A4 Blatt.
Zur Norm
der Energie-Etikette gehört eine Jahr- oder Versionszahl. Da
die Etikette
regelmässig angepasst wird, wird ohne zusätzliche
Jahreszahl auf dem Occasionsmarkt
die Vergleichbarkeit nicht gewährleistet. Man muss die
Autofahrer darauf
aufmerksam machen, dass ihr Auto, welches einmal ein B-Auto war, heute
kein
solches mehr ist. Der Autohändler darf bei einem Occasionsauto
zusätzlich in
Klammern die Originaltreibstoffverbrauchskategorie zusammen mit der
Jahreszahl
angeben, beispielsweise: E (B '06).
Die
Vereinbarung mit Auto-Schweiz ist zu künden.
·
Die
Vereinbarung wird neu auf 160 g CO2/km
für 2008 und 140 g/km für
2010 formuliert.
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Die
Klassen der Energie-Etikette werden gemäss kurz-, mittel- und
längerfristig zu
erreichenden Zielen definiert. Für die Einteilung ist
weiterhin das UVEK
zuständig.
·
Die
Energie-Etikette soll nur den Energieverbrauch beurteilen, ohne andere
Parameter (wie das Gewicht) zu berücksichtigen.
·
Die
Energie-Etikette soll g CO2/km bewerten. Dies
ist simpel, fair,
entspricht dem Energieverbrauch, ist einfach zu erheben, entspricht
linear dem
Verbrauch in Liter pro 100 km und vergleicht Diesel fair mit Benzin.
·
Es
wird Pflicht, Occasionsautos mit CO2-Ausstoss,
Verbrauch und
aktueller Effizienzkategorie anzuschreiben.
·
Ein
CO2-Punkte-Handel ist auf 2007 zu initiieren.
Autos mit einem
höheren Ausstoss als dem aktuell gültigen Zielwert
müssen pro Gramm CO2
einen CO2-Punkt erwerben.
·
Wir
kennen unter anderem Lärmgrenzwerte und Abgasgrenzwerte, ein
Verbrauchsgrenzwert wäre ebenso sinnvoll. China
führte im Juli 2005 ein erstes
Importverbot für verbrauchsstarke Fahrzeuge ein. Im Juli 2008
werden die
Grenzwerte weiter verschärft. Würde die Schweiz
dieselben Regeln anwenden,
könnten jährlichbis zu 7% CO2
im Autoverkehr eingespart werden.
Betroffen wären in erster Linie Fahrzeuge ab 2.5 Liter Hubraum.
·
Das
Controlling der Zielvereinbarung sollte einer unabhängigen
Stelle übertragen
werden, z.B. einer Universitätsstelle .
·
Ein
Lizenzierungssystem einführen, wo die Einhaltung des
Durchschnitts- CO2-Ausstoss
gefördert wird, indem sparsame Autos Punkte erzielen und
für die schlechten
eingesetzt werden können. Damit können auch weiterhin
Ferrari importiert
werden, der Durchschnittsverbrauch wird jedoch über die
gesamte Wagenflotte
erzwungen.
In der EU
hat man sich bereits Ende des letzten Jahrtausends Gedanken zum "Car
labeling" gemacht. Die erste Studie (SAVE, CLASE, Carlab) führte eine Umfrage
durch, mit der Frage,
welche Informationen die Käufer denn als sinnvoll
begrüssen würden. Das
Resultat war, dass ein relatives System bevorzugt wird, welches
ähnliche
Fahrzeuge miteinander vergleicht. Als Vergleichsgrösse wurde
vorgeschlagen, die
Grundfläche eines Fahrzeugs in Quadratmeter zu verwenden.
Abgeraten wurde vom
Gewicht als Vergleichsgrösse. Holland und Spanien haben diesen
Vorschlag des
Vergleichs der Fahrzeuge über die Grundfläche
übernommen.
Die zweite Studie vom März 2005 des
ADAC zuhanden der
EU bezüglich Energie-Label ist sehr umfassend und vergleicht
die einzelnen Länder
der EU und schliesst die Schweiz ein. Exemplarisch wird darin
vorgeführt, wie
relative und absolute Kategoriesierungssysteme abschneiden.
Empfohlen
wird ein absolutes System (Kap. D.1.6.2) nach CO2-Ausstoss.
Weil
nicht einmal unter den Ländern mit einem relativen
Vergleichssystem (Schweiz,
Holland, Spanien) die Autotypen verglichen werden können. Ab
Seite 79, Kapitel
D.1.4 wird erklärt, warum man ein absolutes Vergleichssystem
einem relativen
Vergleichssystem vorziehen sollte: Ein relatives System liefert viele
nicht zu
erklärende Einstufungen, wo zwei offensichtlich
ähnliche Fahrzeuge mit fast
identischem CO2-Ausstoss unterschiedlich klassifiziert werden.
Das
absolute System bietet genügend Abstufungen, wie zum Beispiel
am VW Golf zu
sehen: Dieser wird je nach Hubraum von A bis G eingestuft. Das Gewicht
des
Autos als Vergleichsgrösse ist unnötig.
Beispiele,
dass das relative System der Schweiz sinnlose Ergebnisse liefert, gibt
es
zuhauf. Weder sollte ein Landrover mit mehr als 9.4 Liter pro 100 km
ein A-Wagen,
noch sollte ein Caterham mit 7.4 Liter/100 km ein G-Fahrzeug oder ein
Daihatsu
Cuore ein E-Fahrzeuge (5.9 l/100km) sein. Das sind alles Beispiele aus
der
Realität.
Eine
anschauliche, interaktive Grafik findet sich auf www.carbondioxide.ch unter „Grafiken und
Tabellen“.
Energie-Etikette
http://www.energieetikette.ch/
SAVE, CLASE, Carlab http://www.energyagency.at/projekte/clase.htm,
http://www.energyagency.at/publ/pdf/carlab_eceee.pdf
ADAC
http://europa.eu.int/comm/environment/co2/report/final_report.pdf
Auto-Schweiz
'04
http://www.energieetikette.ch/autos/aktuell/d/Bericht2004.pdf
China
http://www.iea.org/textbase/work/2004/shanghai/Catarc.PDF
[1]
Die Zahlen der verkauften Fahrzeuge eines Typs sind aus
der Neuwagenstatistik
des Bundesamtes für Statistik BfS extrapoliert. Auto-Schweiz
müsste die
verlässlicheren Zahlen besitzen. Da die Auto-Zahlen des BfS
tendenziell tiefer
als die realistischeren von Auto-Schweiz sind, ist auch der hier
errechnete
durchschnittliche CO2-Ausstoss tiefer als in der Realität.Der
Fehler beträgt
bis zu 10 %.
[2]
Da kaum Benziner in der Kategorie A zu finden sind, ist
„Diesel/Benzin
zusammen“ gleich den Zahlen von Diesel.
[3]
Aus den FAQ der Energie-Etikette
(http://www.energieetikette.ch/autos/faq/d/index.htm#4.2): “
Was sind
energieeffiziente und was sind sparsame Fahrzeuge?
Antwort: „Fahrzeuge sind energieeffizient,
wenn sie bezogen auf ihr Gewicht, wenig Treibstoff verbrauchen.
Sparsame
Fahrzeuge hingegen verbrauchen absolut gesehen weniger Treibstoff, z.B.
weil
sie klein und leicht sind.”
[4]
FAQ: “4.2
Wieso wird das Fahrzeuggewicht
als Vergleichsbasis verwendet? Antwort:
„Das Fahrzeuggewicht wird von den Autofahrern intuitiv als
die beste
Vergleichsgrösse bezüglich Treibstoffverbrauch
wahrgenommen. Zudem wird das
Gewicht bei der Typengenehmigung erfasst.”
[5]
Eine komfortable Abfragemöglichkeit über
das Internet dürfte hier viel mehr
dienen, mit der Möglichkeit die Resultate auf das Handy
herunter zu laden.
[6]
9. Berichterstattung im Rahmen der Energieverordnung
über die Absenkung des
spezifischen Treibstoff-Normverbrauch von Personenwagen 2004
[7]
Die häufig gehörte Aussage, dass Diesel
einiges effizienter als Benzin sei,
basiert oft auf der landläufig falschen
Annahme der Vergleichbarkeit von Liter Benzin und Diesel.
Es existiert
aber effektiv ein Vorteil von Diesel, falls in Kilogramm Treibstoff
gemessen
wird. Der Vorteil liegt in der Grössenordnung von 10-15%.
[8]
Ein ähnlicher Vorschlag wurde bereits 1992 von
der britischen Regierung
vorgeschlagen. Die Punkte wären jedoch nicht dem Garagisten,
sondern dem
Hersteller zugeschrieben worden. Die “guten”
Hersteller, welche gar keine
Modelle mit grossem CO2-Ausstoss herstellen, könnten in diesem
System die
Punkte zurückbehalten, was anderen Firmen grössere
Schwierigkeiten bereiten
würde.
[9]
Ein Handel über eBay ist absolut denkbar.
[10]
Um der Spekulation mit CO2-Punkten Einhalt zu gebieten
muss womöglich der
Käufer/Verkäuferkreis auf lizenzierte
Autohändler eingeschränkt werden.